Fibromyalgie: Mehr Beweise für Verbindungen zum Immunsystem

  • Derzeit gibt es keine wirksamen Behandlungen für Fibromyalgie, eine chronische Erkrankung, die weit verbreitete Schmerzen, Schlafprobleme, Müdigkeit und emotionale Belastungen verursacht.
  • Die zugrunde liegende Ursache ist ein Rätsel geblieben, obwohl einige Untersuchungen auf die Beteiligung des Immunsystems hingewiesen haben.
  • Eine Studie hat nun ergeben, dass Antikörper von Menschen mit Fibromyalgie bei Mäusen Krankheitssymptome auslösen, was stark darauf hindeutet, dass Fibromyalgie eine Autoimmunerkrankung ist.
  • Die Entdeckung könnte zu diagnostischen Bluttests für die Krankheit und wirksameren Behandlungen führen.

Menschen mit Fibromyalgie haben am ganzen Körper chronische Schmerzen sowie Druck- und Kälteempfindlichkeit. Sie können auch Schlafstörungen haben und leiden unter Müdigkeit und emotionalem Stress.

Nach Angaben der Trusted Source des Centers for Disease Control and Prevention (CDC) leiden fast 4 Millionen Erwachsene in den Vereinigten Staaten an Fibromyalgie, was etwa 2% der erwachsenen Bevölkerung entspricht. Nach den meisten Schätzungen sind 80% der Menschen mit dieser Erkrankung weiblich.

Es gibt keine Heilung, aber Behandlungen zur Linderung der Symptome umfassen normalerweise schmerzlindernde Medikamente, Antidepressiva und Änderungen des Lebensstils, wie z. B. die Erhöhung der körperlichen Aktivität und die Verbesserung der Schlafgewohnheiten.

Obwohl die Forscher nicht genau wissen, was Fibromyalgie verursacht, gibt es einige Hinweise darauf, dass das Immunsystem dafür verantwortlich sein könnte.

Zum Beispiel entwickeln Menschen mit Lupus oder rheumatoider Arthritis, beides Autoimmunerkrankungen, häufiger als andere Menschen.

Autoimmunerkrankungen entstehen, wenn das Immunsystem körpereigenes Gewebe angreift, aber es gibt keine direkten Hinweise darauf, dass dies bei Fibromyalgie auftritt.

Ein Forschungsteam aus Wissenschaftlern des King’s College London und der University of Liverpool, beide im Vereinigten Königreich, und des Karolinska-Instituts in Stockholm, Schweden, vermutet nun, dass viele Fibromyalgie-Symptome auftreten, wenn die Antikörper des Individuums die Aktivität der schmerzempfindlichen Nerven erhöhen.

Als die Wissenschaftler Mäusen Antikörper von Menschen mit Fibromyalgie injizierten, wurden die Tiere empfindlicher auf unangenehme Reize. Sie wurden auch schwächer und bewegten sich weniger.

Im Gegensatz dazu hatten weder Injektionen von Antikörpern von gesunden Kontrollen noch Serum von Menschen mit Fibromyalgie, bei denen die Antikörper entfernt wurden, eine Wirkung auf die Mäuse.

Die Antikörper banden an Zellen in den SpinalganglienTrusted Source. Diese Neuronencluster leiten sensorische Signale vom peripheren Nervensystem an das zentrale Nervensystem, das aus Gehirn und Rückenmark besteht, weiter.

Die Forschungsbeiträge im  Journal of Clinical Investigation .

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