Neue Studie zeigt, dass Fibromyalgie wahrscheinlich das Ergebnis von Autoimmunproblemen ist

Die von King durchgeführte Studie in Zusammenarbeit mit der University of Liverpool und dem Karolinska Institute zeigt, dass viele der Symptome des Fibromyalgie-Syndroms durch Antikörper verursacht werden, die die Aktivität der schmerzempfindlichen Nerven erhöhen

Neue Forschungen des Institute of Psychiatry, Psychology & Neuroscience (IoPPN) am King’s College London in Zusammenarbeit mit der University of Liverpool und dem Karolinska Institute haben gezeigt, dass viele der Symptome des Fibromyalgiesyndroms (FMS) durch Antikörper verursacht werden, die sich erhöhen die Aktivität der schmerzempfindlichen Nerven im ganzen Körper.

Die Ergebnisse zeigen, dass Fibromyalgie eine Erkrankung des Immunsystems ist und nicht die derzeit vertretene Ansicht, dass sie vom Gehirn ausgeht.

Die heute im Journal of Clinical Investigation veröffentlichte Studie zeigt, dass die für FMS typische erhöhte Schmerzempfindlichkeit, Muskelschwäche, reduzierte Bewegung und reduzierte Anzahl kleiner Nervenfasern in der Haut eine Folge von Patientenantikörpern sind.

Die Implikationen dieser Studie sind tiefgreifend. Die Feststellung, dass Fibromyalgie eine Autoimmunerkrankung ist, wird unsere Sicht auf die Erkrankung verändern und sollte den Weg für wirksamere Behandlungen für Millionen von Betroffenen ebnen. Unsere Arbeit hat ein ganz neues Feld von therapeutischen Möglichkeiten aufgedeckt und sollte Fibromyalgie-Patienten echte Hoffnung geben. Bisherige Erforschung von Therapien wurde durch unser begrenztes Verständnis der Krankheit behindert. Dies soll sich nun ändern. Die Behandlung von FMS konzentriert sich auf sanfte Aerobic-Übungen sowie medikamentöse und psychologische Therapien zur Schmerzlinderung, obwohl diese sich bei den meisten Patienten als unwirksam erwiesen haben und einen enormen ungedeckten klinischen Bedarf hinterlassen haben

– Dr. David Andersson, Studienleiter, King’s College London

Die Forscher injizierten Mäusen Antikörper von Menschen mit FMS und beobachteten, dass die Mäuse schnell eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Druck und Kälte entwickelten sowie eine verringerte Griffkraft bei Bewegungen zeigten. Im Gegensatz dazu waren Mäuse, denen Antikörper von gesunden Menschen injiziert wurden, nicht betroffen, was zeigt, dass Antikörper des Patienten die Krankheit verursachen oder zumindest wesentlich dazu beitragen.

Darüber hinaus erholten sich die Mäuse, denen Fibromyalgie-Antikörper injiziert wurden, nach einigen Wochen, nachdem die Antikörper aus ihrem System entfernt worden waren. Dieses Ergebnis weist stark darauf hin, dass Therapien, die die Antikörperspiegel bei Patienten reduzieren, wahrscheinlich wirksame Behandlungen sind. Solche Therapien sind bereits verfügbar und werden zur Behandlung anderer Erkrankungen eingesetzt, die durch Autoantikörper verursacht werden.

Aktuelle Schätzungen gehen davon aus, dass weltweit mindestens 1 von 40 Menschen von FMS betroffen ist (80 % davon sind Frauen) und häufig durch weit verbreitete Schmerzen im ganzen Körper sowie Müdigkeit (oft als „Fibronebel“ bezeichnet) und emotionale gekennzeichnet Not. Es entwickelt sich am häufigsten im Alter zwischen 25 und 55 Jahren, obwohl auch Kinder es bekommen können.

Dr. Andreas Goebel, der klinische Hauptprüfer der Studie von der University of Liverpool, sagte: „Als ich diese Studie in Großbritannien initiierte, erwartete ich, dass einige Fibromyalgie-Fälle autoimmun sein könnten. Aber Davids Team hat bei jedem rekrutierten Patienten schmerzverursachende Antikörper entdeckt. Die Ergebnisse bieten erstaunliche Hoffnung, dass die unsichtbaren, verheerenden Symptome der Fibromyalgie behandelbar werden.“

Professor Camilla Svensson, die Hauptforscherin der Studie vom Karolinska Institute, sagte: „Antikörper von Menschen mit FMS, die in zwei verschiedenen Ländern, Großbritannien und Schweden, leben, lieferten ähnliche Ergebnisse, was unseren Ergebnissen eine enorme Stärke verleiht. Der nächste Schritt besteht darin, zu identifizieren, an welche Faktoren die symptomauslösenden Antikörper binden. Dies wird uns nicht nur bei der Entwicklung neuartiger Behandlungsstrategien für FMS helfen, sondern auch bei blutbasierten Tests zur Diagnose, die heute noch fehlen.

Fibromyalgie betrifft Millionen von Menschen in Großbritannien und kann verheerende Auswirkungen auf die Lebensqualität haben. Es verursacht Schmerzen am ganzen Körper, Müdigkeit, Schlafstörungen und regelmäßige Schübe, bei denen die Symptome noch schlimmer werden. Fibromyalgie ist eine besonders schwierig zu diagnostizierende und zu behandelnde Erkrankung, da ihre Ursachen unbekannt sind. Diese Forschung zeigt, dass Antikörper, die im menschlichen Blut gefunden werden, bei Mäusen fibromyalgieähnliche Symptome verursachen können, was darauf hindeutet, dass diese Antikörper eine entscheidende Rolle bei der Erkrankung spielen. Weitere Forschung ist erforderlich, aber dies gibt Millionen von Menschen mit Fibromyalgie Hoffnung, dass in relativ naher Zukunft eine wirksame Behandlung gefunden werden könnte

Diese Studie war möglich dank der Finanzierung des Medical Research Council (UK), Versus Arthritis, der Liverpool Pain Relief Foundation, des Swedish Research Council, der Knut and Alice Wallenberg Foundation, einer Spende der Familie Lundblad für die klinische Schmerzforschung am Karolinska Institute , und andere Agenturen.

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